Wenn aus Übung schnell mal wieder Ernst wird …

Eigentlich wollten wir mit unserer großen Vegetationsbrandübung Ende Juli vor allem eines: üben.

Wie verhält sich Feuer in trockener Vegetation? Wie breitet es sich bei Wind aus? Welche Taktik funktioniert im Gelände? Und wie bekommen wir Wasser und Spezialgerät dorthin, wo es gebraucht wird?
Wir hatten uns auf unserem Übungsstoppelfeld in Feudenheim ordentlich etwas vorgenommen – und dabei vermutlich nicht damit gerechnet, dass wir das Gelernte schon wenige Tage später so intensiv brauchen würden.

Denn aus der Übung wurde schneller Ernst, als uns lieb war.
Nur wenige Tage nach unserer Übung brannte es auf der Friesenheimer Insel. Und zwar richtig, wir hatten darüber schon berichtet.

Für uns als Freiwillige Feuerwehr Mannheim, Abteilung Feudenheim war dieser Einsatz etwas Besonderes: Wir sind seit 2023 mit der Sonderaufgabe Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung betraut. Dabei geht es nicht nur um besondere Ausrüstung, sondern vor allem um Ausbildung, Erfahrung und taktisches Wissen. Genau dieses Wissen war jetzt gefragt.

Wenn der „Mannheimer Morgen“ über die Freiwillige Feuerwehr Mannheim, Abteilung Feudenheim berichtet …
Dass unsere Arbeit dabei auch außerhalb der Feuerwehr wahrgenommen wird, hat uns natürlich gefreut. Der Mannheimer Morgen berichtete ausführlich über unsere Einheit und unsere besondere Aufgabe in der Vegetationsbrandbekämpfung.


(Bilder: Mannheimer Morgen)

Ein schöner Bericht – vielen Dank an Peter W. Ragge – über eine Sache, die für uns eigentlich ganz selbstverständlich ist: vorbereitet sein, wenn es darauf ankommt.

Und lange mussten wir auf den nächsten Beweis dafür nicht warten.

Böschung statt Stoppelfeld – Einsatz auf der BAB 6
Nur kurze Zeit später wurden die Freiwillige Feuerwehr Mannheim, Abteilung Feudenheim erneut zu einem Vegetationsbrand alarmiert. Diesmal ging es an die BAB 6, wo sich ein Böschungsbrand entwickelte.

Andere Einsatzstelle, andere Bedingungen – aber wieder dieselbe Herausforderung: Feuer in trockener Vegetation breitet sich schnell aus und lässt sich nicht mit den Einsatzgrundsätzen eines klassischen Gebäudebrandes bekämpfen.
Auch hier rückten wir mit mehreren Fahrzeugen aus und brachten neben unserer personellen Erfahrung die für Vegetationsbrände erforderliche Spezialausstattung mit.


(Bild: PR Video)

Gerade bei einem Brand entlang einer Autobahn kommen zusätzliche Herausforderungen hinzu. Die Zugänglichkeit der Brandstelle, die Nähe zum fließenden Verkehr, Rauchentwicklung und die teilweise weit auseinanderliegenden Brandstellen verlangen von den Einsatzkräften eine gute Abstimmung und ein überlegtes Vorgehen.

Auch hier hat sich gezeigt, dass die Investition in Ausbildung und Spezialausrüstung nicht nur auf dem Papier funktioniert.

Und dann hieß es schon wieder: Friesenheimer Insel
Kaum war der Einsatz auf der A6 abgeschlossen, kam es erneut zu einem Vegetationsbrand auf der Friesenheimer Insel.
Schon wieder? Ja.

Und diesmal konnten wir auf etwas zurückgreifen, das bei einem solchen Einsatz mindestens genauso wichtig ist wie Feuerwehrtechnik: gute Kontakte und gute Zusammenarbeit vor Ort.

Auf Initiative der Freiwillige Feuerwehr Mannheim, Abteilung Feudenheim wurde der Feudenheimer Landwirt Heiner um Unterstützung gebeten. Seine Hilfe bestand diesmal nicht aus einem Traktoreinsatz – sondern aus Kreisregnern.
Diese wurden kurzfristig zur Verfügung gestellt und konnten eingesetzt werden, um gefährdete Bereiche gezielt zu beregnen und damit die weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
Eine Lösung, die auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich klingt. Bei einem Vegetationsbrand kann sie aber ausgesprochen sinnvoll sein.

Und sie zeigt einmal mehr, dass Feuerwehrarbeit nicht immer nur aus Feuerwehr besteht.
Bereits bei unserer großen Übung hatten wir erlebt, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft sein kann. Damals konnten wir auf landwirtschaftlichen Flächen realitätsnah trainieren und wertvolle Erfahrungen sammeln.
Jetzt wurde aus dieser Zusammenarbeit ganz praktisch gelebte Einsatzhilfe.

Feuerwehr und Landwirtschaft – jeder bringt das ein, was er am besten kann.
Wir bringen Fachwissen, Einsatzkräfte, Technik und Erfahrung in der Vegetationsbrandbekämpfung mit. Die Landwirtschaft kennt ihre Flächen, verfügt über entsprechende Technik und kann uns dort unterstützen, wo Feuerwehrtechnik an ihre Grenzen kommt.
Genau diese Zusammenarbeit macht uns bei größeren Vegetationsbränden schlagkräftiger.

Und gestern ging es dann direkt wieder los in den Einsatz. Ein weiterer Vegetationsbrand forderte uns im Mannheimer Stadtgebiet. Auch hier konnte gemeinsam mit den anderen eingesetzten Einheiten der Mannheimer Feuerwehr – Haupt- und Ehrenamt – ein Übergreifen der Flammen auf bebautes Gebiet verhindern und die Ausbreitung eindämmen.

Die vergangenen Wochen haben uns also eindrucksvoll gezeigt, dass Vegetationsbrandbekämpfung Teamarbeit ist.
Bei den Einsätzen waren jeweils mehrere Fahrzeuge unserer Abteilung beteiligt. MZF, TLF 3000 und – abhängig von der jeweiligen Lage – weitere Löschfahrzeuge bildeten gemeinsam mit unserer Spezialausstattung und unserem Fachwissen einen wichtigen Baustein in der Einsatzbewältigung.

Genauso wichtig war aber das Zusammenspiel mit den anderen Einheiten.
Ob Berufsfeuerwehr, weitere Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr, unterstützende Feuerwehren, Hilfsorganisationen oder andere beteiligte Stellen – Bei allen Einsätzen hat die Zusammenarbeit hervorragend funktioniert.
Und genau darauf kommt es an, denn ein Vegetationsbrand lässt sich nicht an einer einzelnen Fahrzeugbesatzung oder einer einzelnen Feuerwehr festmachen. Erst wenn viele Zahnräder ineinandergreifen, wird aus vielen einzelnen Einheiten eine schlagkräftige Mannschaft.

Was bleibt?
Neben der Erinnerung und dem Brandgeruch in der Nase bleibt vor allem die Erkenntnis, dass sich Ausbildung lohnt.
Unsere große Vegetationsbrandübung war ursprünglich dafür gedacht, uns auf mögliche Einsatzlagen vorzubereiten. Wenige Tage später standen wir tatsächlich vor genau diesen Herausforderungen.
Seitdem haben wir mehrere Vegetationsbrände erlebt und Einsatzerfahrung gesammelt. Das Feedback der anderen Einheiten ist immer positiv. Die Spezialausrüstung und die taktische Ausbildung werden gerne angenommen, der Support durch eine ehrenamtliche Einheit wird in der Feuerwehr Mannheim sehr positiv gesehen.

Ganz ehrlich: Ein bisschen weniger Praxis hätte uns auch gereicht.
Aber wenn es schon sein muss, dann sind wir froh, dass wir vorbereitet waren.
Wir sind froh über unsere Spezialausstattung.
Wir sind froh über unser Wissen und unsere Erfahrung.
Wir sind froh über die gute Zusammenarbeit innerhalb der Feuerwehr.

Denn genau darum geht Feuerwehr: vorbereitet sein, wenn es darauf ankommt – und gemeinsam anpacken, wenn aus der Übung plötzlich Ernst wird.

Ein herzliches Dankeschön an alle Einsatzkräfte und Unterstützer, die bei den vergangenen Vegetationsbränden mit angepackt haben. Und natürlich ganz besonders an Heiner für die unkomplizierte Unterstützung mit den Kreisregnern.

Für die Bevölkerung haben wir noch eine große Bitte: Seid verantwortungsvoll und achtet darauf, wie ihr mit der Umwelt umgeht. Keine heißen Gegenstände (Zigaretten usw.) auf den Boden oder aus dem Auto werfen, außerhalb gekennzeichneter Flächen nicht grillen und kein offenes Feuer, Autos nur auf regulären Parkplätzen abstellen und wenn es irgendwo raucht: hinsehen und dann schnell den Notruf 112 wählen!